Woizkirwa - pro Su-Ro

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Woizkirwa

Der Kirchweihbrauch
im Sulzbacher Birgland - Woizkirwa
18. - 20. August 2018

Die altüberlieferte Sulzbacher-Woizkirwa gilt im westlichen Teil des Landkreises Amberg-Sulzbach als eine Brauchtumskirwa mit langer Tratidion und wird auch heute noch alle Jahre mit den gleichen Ritualen so wie früher gefeiert. Los geht’s am Samstagmorgen um 7 Uhr mit dem Holen des Kirwabaumes aus dem Wald. Nach dem fachmännischen Herrichten mit Ringeln und Kränzebinden aller Kirwa-Boum, Moila und Helfer, wird der Baum von ca. 30 m länge mit einem Langholzwagen mit Pferdegespann um 14 Uhr vom Bauhof zum Luitpoldplatz gezogen und in schweißtreibender Arbeit mit Hilfe von Schwalben (langen Holzstangen), sowie gehörigen Muskelschmalz in ca. 2 Stunden von der „Waagerechten“ wieder in seine urspüngliche „Senkrechte“ gewuchtet. Dass dabei etliche Maßen, sprich Liter Bier verbraucht werden, versteht sich von selbst. Die Moila unterstützen mit viel „Hauruck“ die Helfer und vor allem die Kirwa-Burschen lautstark bei diesem kräfteraubenden „Zeremoniell“!

Traditionsgemäß wird jeder aufgestellte  von den Kirwa-Boum bis zum Sonntagmorgen durch eine Nachtwache streng  um eventuelle Anschläge aus den Nachbardörfern zu vereiteln. Am Sonntagmorgen findet um 9 Uhr in der Sulzbacher Christuskirche ein Woizkirwa-Gottesdienst statt, gestaltet von den Musik-und Gesangsgruppen des Trachtenvereins Stamm und des Heimatvereins Birgland. Nach dem „Einsingen beim Pamler“ treffen sich um 14 Uhr alle Kirwaboum am Löwenbrunnen zum Einholen der Moila, die sich bereits vorher in verschiedene Gasthöfe der Innenstadt begeben haben.

Der Kirwa-Zug mit Blasmusik, Schubkarren mit Bierfaßl sowie dem Schafbäz samt Treiber und allen Kirwa-Burschen macht sich nun auf den Weg um die Moila aus den von ihnen ausgewählten Gasthäusern einzuholen. Nach alten Brauch werden sie hier von ihren jeweiligen Boum ausgelöst und die Zeche in Form von Wein, Bier oder anderen Getränken bezahlt. Die so entstandenen Paare begeben sich dann vors Haus um mit etlichen Tänzen „das von den Burschen Ausgelöst werden“ zu belohnen. Wenn alle Paare komplett sind, begibt sich der ganze Zug zum Kirwa-Platz, wo auf dem Podium das Austanzen beginnt. Durch ein ca. 20-minütiges Tanzen- und Singen der alten Kirwa-Lieder um den Baum, wird bei jeder Runde der Kirwa-Strauß von Paar zu Paar weitergereicht und beim Klingeln des vorher gestellten Weckers das Oberkirwa-Paar 2018 ermittelt, das gerade den Strauß hält. Als Belohnung gibt’s ein Seidentüchel für das Oberkirwa-Moil und ein Seidlkrügel für den Oberkirwa-Boum. Zu den Klängen der Blasmusik wird bis in die Nacht mit vielen Gästen aus nah und fern und allen Kirwa-Helfern zünftig gefeiert.

Zur Noukirwa (Nachkirchweih) am Montag, treffen sich Gäste und Mitwirkende ab 15 Uhr am Löwenbrunnen zum Kirwabetrieb. Am Abend gegen 19.30 Uhr wird von den „verheirateten und ehemaligen Kirwa-Paaren“ der Baum mit der gleichen Aufführung nochmal ausgetanzt. Um ca. 21 Uhr wird der Kirwa-Baum verlost und um 24 Uhr mit dem Morgensegen auf dem Tanz-Podium die diesjährige „Sulzbacher-Woizkirwa“ offiziell beendet. Hierbei ist noch anzumerken, dass eventuell auch heuer in den Gasthäusern rund um den Luitpoldplatz später noch „hartgesottene Kirwa-Besucher“ anzuteffen sind, die erst bei der Morgendämmerung nach Hause gehen. Der Heimatverein Birgland der dieses große Oberpfälzer-Brauchtumsfest im Jahr 1958 wieder neu eingeführt hat sowie der Trachtenverein Stamm würden sich freuen, heuer bei der 60. Woizkirwa, vom 18. bis 20. August, auch neue Kirwa-Paare begrüßen zu können. Auskunft über Tanzproben usw., sind bei Christian Schön, Tel. 0151/4182 4123, Stefan Fuchs, Tel. 09661/812729 oder Manfred Grädler,Tel. 09663/1628 erhältlich. Alle aktiv am Kirwa-Geschehen teilnehmenden Personen werden an den drei Tagen verköstigt. Die  Woizkirwa-Gemeinschaft erhebt von den mitwirkenden Kirwa-Paaren keinerlei finanziellen Leistungen. Also auf geht’s zur Sulzbacher-Woizkirwa im August 2018 rund um den Löwenbrunnen im Herzen der altehrwürdigen Herzogstadt ! Alle Brauchtumsfreunde sowie die Bevölkerung aus nah und fern sind an allen drei Tagen dazu herzlich eingeladen.




Text u. Bilder : Manfred Grädler
Wirtschaft und Kulturforum pro Su-Ro e.V.
1. Vorsitzender Kurt von Klenck
Frühlingstraße 12
92237 Sulzbach-Rosenberg
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Telefax 09661/810748
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